Wie der Titel es schon verrät will ich ein Buch und eine CD empfehlen, die mir bis hierher sehr viel Freude bereitet habe. Wobei ich gestehen muss, dass ich das Buch noch nicht wirklich gelesen habe. Man kann den Zustand des Lesens dieses Buches als “angelesen” bezeichenen. Nichtsdestoweniger ist es meines Erachtens lesenswert auch wenn es ein paar Öcken kostet. Man kriegt dafür aber auch was geboten – seitentechnisch. Aber dazu später mehr.
Ich fange mit der CD an, um den Leser auf die Folter zu spannen, denn Bücher werden hier nicht oft angepriesen. (Wurden sie hier je schon?) Die CD der Woche bzw. der letzten Woche ist Safe Trip Home von Dido. Naja, der eine oder andere mag sich ja denken, dass das ein bisschen seltsam ist, dass hier so Weichspühl-Zeug angepriesen wird wie das vorliegende Album. Mh, ja, mag sein. Mir gefällts gut. Sehr ruhige und angenehme Musik. Das ist es, was man so gemeinhin “easy listening” heißt, denke ich. Und das Cover ist auch mal was nettes fürs Auge …
Zu den Tracks (ich picke mir da mal welche raus):
Don`t believe in love nennt der sich. Ist, glaube ich auch die erste Single-Auskoppelung. Klingt für mich nach ruhigem R’n'B – ich lasse mich aber umstimmen. Meines Erachtens ist der Track nichts Besonderes, was ihn aber nicht schlecht macht.
Besser ist da schon der zweite Track Quiet Times. Der erinnert mich vom Gesang und vom Arrangemente ein wenig an Sand In My Shoes, was gut ist, da ich das Lied für das Stärkste bisher halte.
Der Vierte, Grafton Street, ist für mich der stärkste Track des Album. Absolut hörenswert. Schon für dieses Lied lohnt sich die CD. Was mir daran so gut gefällt? Ich kann es nicht mal sagen. Der Text ist nicht der Hammer – kein Tiefgang, oder? Der Gesang und die sehr denzente Hinterlegung mit Beat ist sehr schön.
Der fünfte, It Comes and It Goes, ist ein wenig anders und ruckelt so ein wenig aus dem Einerlei der anderen Lieder. Auch er ist ruhig und alles. Aber irgendwie ist da was dran, dass ihn deutlich unterscheidet.
Erwähneneswert ist auch die Nummer 8: The Day Before The Day. Das ist, so denke ich, der ruhigste und vielleicht gefühlvollste Track. Sehr nett anzuhören und wahrscheinlich genau das, wofür ich Dido schätze.
Aus einem mir unerfindlichem Grund ist der letzte Track 8:55 Min. lang. Der zieht sich verdammt dahin. Ab Minute 5 ist auch nur noch Musik und kein Gesang. Nicht so stark!
Alles in allem sollte man sich das Album besorgen und anhören. Das macht Sinn!
Zu dem Buch. Vieles ist über das Buch und seinen Autor gesagt worden. Der eine oder andere haßt ihn sicher. War ja auch eine Qual seine Hirngespinste, die er da verzapft hat lesen zu
. Ich hatte seinerzeit schon Spaß. Vielleicht als einziger in meinem Deutsch-Kurs. Man kann es erraten: Es geht um Uwe Tellkamps Der Turm. Der Roman hat auch noch einen lockerflockigen Untertitel oder sowas: Geschichte aus einem versunkenem Land. Und, wen wunderts, das Land ist die Zone (der Freude). Macht ja auch Sinn, weil Tellkamp, der in Dresden geboren wurde, das eine oder andere Erlebnis dort erlebt hat. Ich habe jetzt keine Lust, den Inhalt oder Tellkamps Lebensgeschichte zu rezitieren. Das kann man durch die Links erlesen. Ich beschränke mich mal auf meine Gedanken zum Buch.
Zuerst einmal kostet es knapp 25 €. Da muss die bekannte alte Dame lange für stricken. Aber wie schon angedeutet, bekommt man dafür knapp 1000 Seite voller Tellkamp. Macht als aufgerundete 3 Cent pro Seite oder so.

Das ist es. Nett anzusehen, nicht. Und einen Preis hat er auch dafür bekommen: Den Deutschsen Buchpreis. Kann er sich hinstellen. Neben den Ingeborg-Backmann-Preis, den er für den Schlaf in den Uhren bekommen hat. Jenen Romanauszug, der die Schüler bisweilen in den Wahnsinn trieb. War ja im Zentral-Abi 2008 Thema. Ich habe es seinerzeit sehr gemocht. Und daher habe ich mir auch Den Trum gekauft. Der Anfang dürfte dem Abiturienten sehr bekannt vorkommen, da es sich wieder einmal um den stream of consciousness handelt. Seltsam, seltsam. Aber es schön. Es erfordert viel Aufmerksamkeit, das verstehen zu wollen, was natürlich nicht gelingen kann, da man das Buch und dessen Inhalt noch nicht kennt. Auch hier bewahrheitet sich meine These aus dem Spennenwolf von Hesse: Wenn es kursiv wird, dann wird es seltsam.
Ebenso wie der Bewusstseinsstrom kommen dem Leser des Schlafes in den Uhren Personen bekannt vor: Fabian, Muriel und Arno und Lucie Krausewitz gehören auch zum Personal Des Turmes. Sind aber soweit ich gelesen habe, noch nicht aufgetaucht!
Nach der kurzen Overtüre über fünf Seiten (der Bewusstseinsstrom) schließt sich etwas an, das der Abiturient noch nicht kennt: So richtige, echte, normale Prosa. Mit Punkt, Komma und Strich. Und normalen Sätzen. Tellkamp kann also auch anders. Und wie er das kann.
Der Inhalt ist soweit noch nichts Dolles. Aber Tellkamp schreibt mit eine großen Dichte, wie man so schön sagt. Ihm gelingt hervorragend, dem Leser die Welt des Protagonisten Christian so nahe zu brigen, als ob man sie quasi sehen könnte. Man kann sich wirklich in alle Richtungen umsehen und überall ist etwas. Das erklärt auch die Seitenanzahl. Tellkamp waltz Ereignisse in genialer Weise und riesigem Umfang aus. Er bringt seinem Leser das Dresden nahe, in dem z. B. Christian lebt(e). Es bleiben keine Wünsche übrig.
Dieses gelingt ihm nicht nur mit dem Unbelebtem, der Natur oder was auch immer. Auch die Personen oder besser ihre Unterhaltungen werden mit Leben gefüllt, sodass der Leser erkennen kann, wie was gesagt wurde. Tellkamp schiebt immer wieder kurze, erläuternde Passagen ein, in denen er beschreibt, dass die Person etwas sächselte oder wie nur ein bestimmtes Wort eines ganzen Satzes ausgesprochen wurde, wenn dies bemerkenswert ist.
Der Leser bekommt so eine Fülle und einen Umfang geboten, der manchmal erschlägt. Vielfach aber einfach nur grandios ist. Wer also Erzählungen mag, wird hier einen Umfang von Erzählung finden, der sicher dem mannschen Meisterwerk Buddenbrooks in Wenigem nur nachstehen dürfte. Im Unfang am wenigsten!
Der Vergleich mit den Buddenbrooks lag natürlcih ob des Inhaltes und des Umfanges nahe. Ich scheute mich doch etwas davor, dem zuzustimmen. Denn auf dem dankbarerweise mitgelieferten Lesezeichen, das alle wichtigen Personen im Register enthält heißt es dazu:
Ein Gesellschaftsroman von buddenbrookschem Format über die letzten sieben Jahre der DDR.
Nach ein paar Seiten kann ich dem eher zustimmen. Tellkamps Stil hat schon ein paar Ähnlichkeiten mit dem Manns: Auch Mann bringt seinem Leser den Inahlt durch ausführliche Beschreibungen nahe. Und letztendlich ist Tellkamp auf dem Weg zu einem sehr großen Autor, auch wenn es ihm schwerfallen dürfte, Manns Größe zu erreichen. Jedoch muss man sehen: Was hat Tellkamp bis jetzt geschrieben? Drei Romane und einen Roamnauszug. Und was hat er damit schon erreicht? Vieles …
Kommentare
Felix, Felix (der andere)
Felix, Felix (der andere)
Chris
fan
Felix (der andere)
Felix (der andere)