Von Twitter zur Zeitung mit den großen Buchstaben

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Gestern ist die Göttingen eine alte Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg (aus welchem auch sonst…) explodiert. Soweit nichts neues.

Da ich ziemlich genau einen Kilometer vom Fund- und Explosionsort weg wohne, war der Knall hier nicht gerade leise, man hat durchaus die Fenster und den Boden vibrieren fühlen können.

Also dachte ich mir, dann mal gleich bei Twitter nachgucken, was da vorgefallen war. Das das der Blindgänger war, davon ging ich aus, auch, dass es vermutlich Verletzte und/oder Tote gegeben haben muss (Ich meine, das war eine verdammte Zehn-Zentner-Bombe!). Twitter war am Anfang so wie ich (“War das die #goebombe?”, “hoffentlich war das nicht die #goebombe”, etc.), Anwohner, die wohl nicht evakuiert wurde (werden wollten?) twitterten ebenfalls.

Irgendwann dann bekam ich Info, dass bei Twitter jemand geschrieben haben soll, das sei eine Gasleitung gewesen, nicht die Bombe.

Gut, Gas klingt zwar plausibel, aber verdammt: Immerhin lag da ne verf**te 10-Zentner-WW2-Bombe!

Ne Stunde später galt dann fast als gesichert: 3 Tote, 2 Schwerverletzte.

Fuck!

Heute dann alles in den Medien, die ich sowohl gestern abend als auch heute nicht wirklich verfolgt habe.

Beim Bildblog dann aber gerade auf einen interessanten Link gestoßen, der zum Blog des vermeintlichen Gasleitungs-expolsions-”Faker” und seinen Erfahrungsbericht führt.

Sehr interessant mal wieder, wie eine kleine Falschinformation (und ich betone: Der Twitterer hatte wohl NICHT die Absicht, Falschinformationen zu streuen…) von den “Sehr Großen” sofort aufgenommen und verwurstet wird, ohne auch nur ein bisschen zu “recherchieren”.

Wie ich auf twitter mit einer Falschmeldung für Verwirrung sorgte

(via BildBlog)

4 Responses to “Von Twitter zur Zeitung mit den großen Buchstaben”


  • Felix (der andere)

    Drecks Twitter eben. Die moderne Art, Gerüchte und dummes Zeug zu verbreiten.
    Für belanglose Dinge sicher eine nette Sache, die dem einen oder anderen Spaß macht, für Nachrichten oder zur sachlichen Information jedoch denkbar ungeeignet, finde ich.

  • Nichts Drecks Twitter!

    Die, die abschreiben, ohne sich auf eine zweite Quelle zu berufen, das sind die wahren Dummes-Zeuch-Verbreiter.

    Denn jeder muss sich bewusst sein, dass Twitter rein subjektiv und somit auch falsch sein kann.

    Ich kann mich an mehr als eine Situation erinnern, wo zumindest die ersten Situationsbericht einzig und nur über Twitter kamen. Und genau da liegen mögliche Stärken!

  • Felix (der andere)

    Stimmt, als Journalist sollte man eigentlich wissen, dass man sowas nicht als Quelle nutzen kann. Zumal es in diesem Fall nach kurzer Zeit sicherlich genug seriöse(re) Quellen gab.
    Aber was will man von der Bild denn schon erwarten? ;)
    Beim NDR und beim DLF habe ich auf jeden Fall nichts von einer Gasleitung gehört.

  • Peinliche Medienwelt und da werde ich aus dem gut umsorgten Studium reingeboren, ich ahne Übles, bin aber noch jung und motiviert um da mal zu versuchen, Dinge bedachter und unaufgeregter zu handhaben.

    Trotzdem harte Geschichte insgesamt.
    Viele Flik-Flak Familienausflüge rücken gerade in ein ganz düsteres und erschreckendes Licht.

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