Man bespricht nur Warzen … meine Musik des Jahres Teil 2

Zweiter Teil. Neues Thema – in vielerlei Hinsicht: Es geht um Musik, die weder im Jahr 2009 veröffendlich wurde noch irgendeinen Bezug zu diesem Jahr hat. Jedoch habe ich sie dieses Jahr erst so richtig zu schätzen gelernt. Die Rede ist hierbei für mich von folgenden Bands/Lieder/Alben:

Pulp – Different Class

Pulps Meisterwerk von 95. In UK Platz 1; in Deutschland Platz 71 der Charts. Sieht man wieder, dass der Deutsche an sich keine Ahnung von Musik hat. Sei’s drum … Warum Meisterwerk? Hauptsächlich wegen zwo Liedern: Disco 2000 und Common People. Das waren Pulps größte Hits. Komischerweise kannte ich Pulp nicht. Die Lieder schon. Hier mal Eindrücke der beiden Songs:

Leider hat youtube wieder die bessere Version entfernt, sodass es dieses Video von Disco 2000 tun muss.

Auch hier wieder das gleiche Problem: youtube löscht immer nur die guten Versionen der Lieder. Hier Common People:

Zu Pulp bin ich über Jarvis Cocker gekommen. Ich hatte irgendwann mal sein 2006er Album Jarvis gehört. Da sind einige ganz nette Lieder drauf. Allerdings hatte ich dieses Album schon wieder vergessen. Dann kam der Tod von MJ. Und ich sah dieses Video mit Cocker:

Hat mich dann wieder an ihn erinnert. Und dann habe ich mich auch mal Pulp genährt.
Ein Wort noch zu den anderen Album von Pulp: Nichts besonderes soweit … Und Jarvis Cockers 2009er Album Further Complications ist auch nicht so toll.

Pete(r) Doherty – Last of the English Roses

Das Lied gefällt mir aus unerfindlichen Gründen. Das Video ist auch super. Fussball und sozialer Brennpunkt: Welcom to Great Britain!

Dazu noch eine Anmerkung aus einem Spreeblick-Post-Kommentar: johannes schrieb dort:

wie oft sie wohl drehen mussten, bevor pete bei 2:52 den ball volley getroffen hat?

Vollkommen berechtigte Frage: Doherty sieht in dem Video schon wieder so schlecht aus. Mir stellt sich die Frage, wann der Kerl mal sein Leben ins Lot bekommt. Solange macht er immerhin gute Musik. Libertines und Babyshambles habe ich hernach auch ein wenig vertiefter gehört und bin hin und weg von Dohertys Musik. Prädikat: Besonders wertvoll oder so …

Godspeed You! Black Emperor generell:

Eigentlich kann ich zu dieser Band nichts sagen außer, dass mir die Musik sehr gut gefält. Bisher ist mir hauptsächlich diese Stelle aus dem 98er f♯a♯∞ Album aufgefallen:

Wie damals z.B. Pink Floyd teilt auch GY!BE die Lieder in verschiedene Teile ein: Eine Plattenseite, ein durchgängiges Lied in verschiedenen Teilen, die erst auf einer CD einzeln anwählbar sind. Das oben genannte Musikstück ist ein Teil des knapp 18 Minuten langen East Hastings mit dem Titel The Sad Mafioso …. Offensichtlich wurde es in dem Reißer 28 Days Later verwendent. Kann ich nichts zu sagen: habe ich nicht gesehen.
Anyway: Die Musik von GY!BE ist dem hier ausgewählten Beispiel sehr ähnlich: Ruhige Elektro-Musik mit keinem Gesang. Nicht immer spannend. Aber trotzdem gut.

U2 – White as Snow

Endlich wieder Musik aus dem Jahr 2009: U2 haben in diesem Jahr nach 5 Jahren ihr neues Album No Line on the Horizon herausgebracht. Ich habe mir nichts mehr von U2 erhoft und wurde nicht enttäuscht. Das Album ist uninspiriert und langweilig. Alles schon mal besser dagewesen. Eigentlich macht White as Snow da keine Ausnahme.

Aber irgendwie schaft dieser Song eine recht dichte Atmosphäre. Mir ist er beim ersten Durchhören des Album als einziger aufgefallen. Das will etwas heißen, denn ich mag U2 sehr gern. Tolle Sache.

Lilly Allen – The Fear:

Ich habe schon in diesem Post dazu etwas geschrieben: Es ist alles gesagt und ich schähme mich:

Animal Collective – Merriwearther Post Pavillon und Fleet Foxes – Fleet Foxes

Anhören und selber herausfinden.

Eigentlich furchtbare Musik. Allerdings wunderschöne “Klangwelten” und dadurch tolle Atmosphäre.

Herman Düne – My Home Is Nowhere Without You

Danke vorweg schon mal an DIE ZEIT: Dieser Artikel hat mich auf die Band aufmerksam gemacht.

Und dieses Lied ist mir sehr deutlich aufgefallen. Am Anfang konnte ich nicht aufhören es zu hören und zu hören. Faszinierend!

Velvet Underground – Stephanie Says:

Dieses Lied habe ich vom noch folgenden Soundtrack von den Royal Tenenbaums. Im Film ist es mir nicht besonders aufgefallen. Auf dem Album schon. Ich habe es dann erstmal eine Stunde am Stück nur gehört und könnte es immer wieder tun:

It’s so cold in Alaska!

Super Spitze. Ich mag dieses Lied wohl so sehr, da, als ich es hörte, ich gerade ein Buch las, in dem die oben genannte Zeile immer wieder vorkam. Allerdings, wie ich feststellte, war die Zeile im Buch aus dem Lou Reed Song Caroline Says. Ist aber recht ähnlich, die beiden Lieder …

Soundtracks zu großen Filmen:

Wes Andersons Royal Tenenbaums:

Von den Ramones bis Paul Simon. Im Film ist mir die großartige Musik gar nicht so stark aufgefallen. Aber Wes Anderson hat einen ziemlich guten Musikgeschmack.
Paul Simons Me and Julio down by the Schoolyard:

Das Lied läuft zu dieser wunderbaren Szene, in der Gene Hackman als Royal Tenenbaum mit seine Enkeln lauter verbotene Dinge tut (It’s against the law …).
Ansonsten sind noch diese großartigen Lieder vom Soundtrack erwähnenswert:
The Ramones – Judy is a Punk, Elliott Smith – Needle in the Hay und Nick Drake – Fly.

Wes Andesons Darjeeling Limited:

Aux Champs-Élysées
Aux Champs-Élysées
Au soleil, sous la pluie
À midi ou à minuit
Il y a tout ce que vous voulez
Aux Champs-Élysées

Dieses Musikstück läuft im Abspann des Filmes. Vollkommen zusammenhanglos. Allerdings werden im Film von iPod sowieso einge sehr seltene Musikstücke gespielt:
Peter Sarstedt – Where do you go to my lovely
Dieses Lied gefiel mir ja schon immer sehr gut. Jack Whitman im Film auch. Das Lied spannt auch die Brücke zwischen den Kurzfilm Hotel Chevalier und Darjeeling Limited. Es ist das Lied, das Jack immer mit seiner Freundin hört bzw. was in ihn an sie erinnert.
Rolling Stones – Playing with fire ist auch sehr gut.

Sophia Coppolas Lost in Translation:

Der Film ist der Hammer und so ist es auch nicht verwunderlich, dass sich auf dem Soundtrack einige Perlen befinden. Allerdings spielt in diesem Film die Musik nicht so eine übergeordnete Rolle wie in Filmen, in denen ich den Soundtrack überragend finde (Garden State z.B.).

Kevin Shield – City Girl

Auch My Bloody Valentines – Sometimes ist gar nicht so schlecht wie der Ruf der Band. Air – Alone In Kyoto ist im Film sehr schön eingesetzt.

The Jesus and the Mary Chain – Just like Honey:

Der eigentliche Grund, warum ich mir den Soundtrack geholt habe. Dieses Lied ist schön. Bemerkenswert ist, dass hier die Instrumente über dem Gesang liegen und so der Gesang in den Hintergrund tritt.
Wenn ich es mir recht überlege ist eigentlich die von Bill Murray gesungene Karaoke -Version von Roxy Musics More Than This der ausschlaggebende Punkt gewesen. Leider gibt es bei youtube kein Video davon. wer den Film kennt, wird sich daran erinnern und die Szene lieben.

Es sei auch darauf hingewiesen, dass die Soundtracks zu genialen Filmen gehören, die unbedingt angesehen werden müssen.

Ich bin mir nicht so sicher, ob dieses Lied noch in dieses Jahr fällt. Aber ich habe es jedenfalls in diesem Jahr sehr genossen:
Neil Youngs Dead Man Thema:

Den Lock, Stock & Two Smoking Barrels Soundtrack habe ich auch gerne gehört.

Vielleicht waren das nicht alle ungeordneten Lieblingslieder diesen Jahres. Allerdings fallen mir so keine mehr ein. Ich melde mich, wenn es was Neues gibt.

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